History Florida

Floridas History – eine Chronik 

Die ersten Bewohner

ab 14000 v. Chr. Nachkommen der Einwanderer, die während der letzten Eiszeit über eine Landbrücke bei der Behringstraße von Ostasien nach Nordamerika gelangt sind, erreichen Florida.
um 5000 v. Chr. Wandernde indianische Gruppen von der Halbinsel Yukatan in Mexiko, von Kuba sowie von den Bahamas setzen von Süden bzw. Westen nach Florida über. Am St. Johns River und anderen Flussläufen sowie an der Bucht von Charlotte Harbor werden feste Niederlassungen gegründet.
um 2000 v. Chr. Gehärtete Töpferwaren entstehen. An den fruchtbaren Schwemmufern des St. Johns River werden Nutzpflanzen angebaut.
um 1000 v. Chr. Handelsbeziehungen mit indianischen Gruppen am Mississippi bringen neue kulturelle Anregungen.
bis 1000 n. Chr. Priesterhäuptlinge koordinieren das Leben größerer Siedlungen indianischer Sprachfamilien. Zeremonienzentren werden auf Erd- und Muschelhügeln errichtet.
bis 1500 n. Chr. Vor allem im Norden von Florida entfaltet sich ein reger Austausch mit den entwickelten Mississippi-Kulturen. Die Menschen leben in größeren Siedlungen, betreiben intensive Landwirtschaft und zeigen deutliche kulturelle Vielfalt. Florida hat mindestens 100000 indianische Einwohner.

Die Europäer kommen

2. April 1513 Der spanische Konquistador Juan Ponce de Leon landet auf einer Erkundungsfahrt durch die Inseln der Bahamas in der Nähe des heutigen St. Augustine und betritt als erster Europäer den Boden des heutigen Florida. In den Folgejahren unternehmen verschiedene spanische Expeditionen unter Panfilo de Narvaez, Hernando de Soto und Tristan de Luna vergebliche Versuche, in Florida Fuß zu fassen oder Edelmetalle zu finden und ins Mutterland zu bringen. Tausende Indianer sterben an ansteckenden Krankheiten, die aus Europa eingeschleppt werden.
1565 Der spanische Admiral Pedro Menendes de Aviles zerstört Fort Caroline, eine Siedlung französischer Hugenotten, an der Mündung des St. Johns River und gründet etwas weiter südlich den Militärposten St. Augustine.
1566-1703 Jesuitenmönche und ab 1563 Fransiskaner errichten eine Kette von Missionsstationen von St. Augustine bis zum Apalachicola-Fluss im Nordwesten von Florida.
1586 Der englische Freibeuter Sir Francis Drake überfällt und plündert St. Augustine.
17. Jahrhundert Die Spanier errichten Befestigungsanlagen, um sich gegen Aufstände von Indianern sowie Übergriffe von Engländern und Franzosen zu schützen.
1702-40 Englische Expeditionsarmeen versuchen mehrfach vergeblich, St. Augustine zu erobern.
1756-63 Am Ende des Siebenjährigen Krieges in Europa räumen die Spanier Florida im Austausch für das von den Engländern besetzte Kuba. Die Engländer beginnen in Nord-Florida Plantagen zu errichten.
1776 Im Unabhängigkeitskrieg kämpft Florida auf britischer Seite.
1781 Die Spanier setzen sich erneut im Nordwesten des Landes fest, 1793 tauschen sie die Bahamas gegen den Ostteil Floridas ein.

Eroberung durch die USA

1803 Nach dem Verkauf der französischen Besitzungen von Louisiana an die USA erheben diese Ansprüche auf große Gebiete in West-Florida.
1813 Der US-General Andrew Jackson besetzt zeitweise die Stadt Pensacola.
1817-18 Der Druck weißer Plantagenbesitzer, deren entlaufene Sklaven bei den Indianern im spanischen Florida Zuflucht suchen, löst den Ersten Seminolen-Krieg aus. General Jackson dringt in Florida ein und zerstört indianische Siedlungen und spanische Stellungen.
1819 Nach Ende der Auseinandersetzungen kaufen die USA Florida den Spaniern für 5 Mio. Dollar ab. Andrew Jackson wird erster Gouverneur. Florida hat 15000 Einwohner.
1823 Tallahassee wird als Kompromiss zwischen St. Augustine und Pensacola zur Hauptstadt des zukünftigen Bundesstaates gekürt.
1835-42 Landhungrige Siedler drängen in die den Seminolen zugewiesenen Gebiete. US-Präsident Jackson verfügt die Umsiedlung aller Indianer östlich des Mississippi nach Oklahoma. Die Seminolen beginnen, bewaffneten Widerstand gegen die US-Armee zu leisten. Der Seminolen-Krieger Osceola wird von der US-Armee bei Friedensverhandlungen gefangengesetzt und stirbt in einem Militärgefängnis. Der Zweite Seminolen-Krieg endet mit der Deportation von 3824 Indianern und Schwarzen nach Oklahoma, 300 Seminolen suchen in den Everglades Zuflucht.
1845 Florida wird als 27. Bundesstaat mit einer Einwohnerzahl von 65000 in die Union aufgenommen.
1861-65 Im Bürgerkrieg schlägt sich Florida auf die Seite der Südstaaten. Die Union blockiert die Seehäfen. Nach der Niederlage der Südstaaten herrscht drei Jahre lang eine Militärregierung über Florida.

Mit den Eisenbahnen kommt die Neuzeit

1883-85 Die goldene Zeit der Eisenbahnen beginnt mit der Erschließung der Westküste von Florida durch den Industriellen Henry B. Plant und der Ostküste des Bundesstaates durch Henry M. Flagler. Es entstehen luxuriöse Hotelbauten für die ersten Urlauber.
1895 Henry Flaglers Eisenbahnstrecke erreicht Miami und löst dort einen Bauboom aus.
1898 Während des Spanisch-Amerikanischen Krieges richtet die Armee zur Vorbereitung der Invasion von Kuba Militärlager in Tampa, Miami und Jacksonville ein.
1912 Flaglers Eisenbahn erreicht Key West.
1926-29 Der Immobilienmarkt bricht ein, zwei Hurrikane verwüsten das Land, die Börse in New York kollabiert, die Wirtschaft von Florida befindet sich in tiefer Talfahrt.
1935 Der Labor Day-Hurrikan fordert 408 Tote auf den Keys und zerstört die Trasse der Eisenbahnstrecke über die Inseln.
1947 Die Everglades werden zum National Park erklärt.
1958 Der „Explorer“, der erste amerikanische Satellit, wird von Cape Canaveral in eine Erdumlaufbahn geschossen. Die Weltraumbehörde NASA nimmt ihre Arbeit auf.

Weltraumbahnhof und Vergnügungsparks

1959 Nach der erfolgreichen Revolution von Fidel Castro auf Kuba beginnt ein bis heute andauernder Strom von Immigranten von der Karibikinsel nach Florida.
1961 Mit Unterstützung des CIA versuchen Exil-Kubaner Castro zu stürzen. Ihr bewaffnetes Kontingent scheitert in der Schweinebucht auf Kuba.
  Der Start einer Rakete von Cape Canaveral mit Alan Shephard in einer Mercury Raumkapsel ist der Beginn der bemannten Weltraumfahrt der Amerikaner.
1969 Der bemannte Mondflug von Apollo XI mit den Astronauten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins startet vom Kennedy Space Center auf Cape Canaveral.
1970 Florida erhält offiziell den Beinamen Sunshine State.
1971 Südlich von Orlando wird Walt Disney World eröffnet.
1980 In Florida leben 9 740 000 Menschen. Rassenunruhen im Wohngebiet Liberty City in Miami nach dem Tod eines Schwarzen können nur durch die Nationalgarde unterdrückt werden. Ein Massenexodus von 140 000 Kubanern erreicht Florida.
  Mit Ulf Merbold startet der erste Deutsche an Bord eines amerikanischen Raumschiffes vom Kennedy Space Center.
1986 Wenige Sekunden nach dem Start explodiert die Raumfähre „Challenger“ mit sieben Astronauten an Bord, die bemannten Raumflüge werden für zweieinhalb Jahre ausgesetzt.
1989 Rassenunruhen in Miami.
  Der Ex-Präsident von Panama, Noriega wird in Miami wegen Drogenhandels angeklagt und zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.
  Die Universal Studios in Orlando, Vergnügungspark mit Studiobetrieb, öffnet die Tore.
1992 Der Hurrikan Andrew fordert in Florida 65 Menschenleben.
1993 Zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den Indianer-Reservationen werden auch in Florida Lizenzen zum Glücksspielbetrieb vergeben.
  Überfälle auf europäische Touristen führen zum vorübergehenden Rückgang der internationalen Besucherzahlen.
1994 Fußballweltmeisterschaft in den USA. Auch im Citrus Bowl Stadion von Orlando werden Spiele ausgetragen.
2001 Die umstrittene Auszählung der Stimmen von Florida entscheidet die Präsidentschaftswahlen in den USA zu Gunsten von George W. Bush.
2002 Die Nachwirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 treffen die Tourismuswirtschaft Floridas massiv.
2004 Langsam erholt sich der Tourismus nach Florida wieder, internationale Besucher freuen sich über den gesunkenen Dollarkurs. Im August und September verwüsten mehrere Hurrikans Teile Floridas. Mit großem Einsatz werden die Schäden beseitigt.