Kennedy Space Center

Das Kennedy Space Center auf Merritt Island

Das Kennedy Space Center liegt am Atlantic, ca. 45 Minuten von Orlando entfernt – ca 4 Stunden Fahrtzeit.

Das John F. Kennedy Space Center, so aufregend wie ein Themenpark und so lehrreich wie ein Museum, ist eine der größten Attraktionen Floridas, in der man Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des amerikanischen Raumfahrtprogramms kennen lernt.

Die NASA teilt sich „Merrit Island“ direkt vor der Küste mit seltenen, bedrohten Wildtieren. Auf den 570 Quadratkilometern Sand, Sumpf und Wasserläufen leben Seekühe

und Weißkopf-Seeadler friedlich neben Abschussrampen. Eine weitere Insel etwas östlich, Cape Canaveral, wird vom Militär für den Start kommerzieller Nutzlasten benutzt.

Nehmen Sie sich mindestens einen Tag Zeit für den „Kennedy Space Center Visitor Complex“ (28 ha) mit Raketenausstellung, einer Kopie des Spaceshuttle-Orbiters und IMAX-Kinos. Bustouren führen zu Abschussrampen, zum VAB, zur Shuttle-Landebahn, zum Apollo/Saturn V Center, zum Launch Complex (LC) und zum Internationalen Space Station Center.

Eine zweite Bustour hat die früheren Tage des Raumfahrtprogramms zum Thema.

LC 39 Observation Gantry

Columbia Transport

Der Bus hält auch bei zwei Abschussrampen. Unter jeder Rampe ist ein Flammengraben, und in der Nähe steht ein Wasserturm. 20 Sekunden vor dem Take-off werden über eine Million Liter Wasser auf die Rampe gegossen.

Die Flüssigkeit reduziert die Schallwellen, die sonst vom Boden zurückprallen und die Rakete beschädigen könnten. Der Hauptmotor des Shuttles produziert eine Schubkraft von 170000 Kilo mit Hilfe von 1,9 Millionen Liter Spezialtreibstoff.

Vehicle Assembly Building

Das riesige Gelände wird meilenweit vom „Vehicle Assembly Building“ (VAB) beherrscht.

Der Anspruch des VAB, das größte Bauwerk der Welt zu sein, beruht eher auf sein Volumen als auf seine Höhe (163 m). Jeder Streifen der an die Fassade gemalten amerikanischen Flagge ist drei Meter breit, die blaue Grundfläche der Sterne ist größer als ein Basketballfeld. DAS VAB wurde für vier Saturn V-Raketen gebaut und könnte das „Empire State Building“ zweimal schlucken. Die Türen sind so groß, dass drei Männer 45 Minuten brauchen um sie zu öffnen. Innen werden die Shuttles zusammengebaut und dann mit zwei Traktoren, jeder so groß wie ein halbes Fußballfeld, zur Abschussrampe gezogen.

Apollo/Saturn V Center

Dies ist der aufregendste Teil der Tour. Hier erleben Sie eine Multimediashow über die Entwicklung der bemannten Rakete, die amerikanische Astronauten zum Mond brachte. 1967 tötete ein Feuer in der Apollo 1 drei Astronauten bei Tests. Das ganze Projekt wurde neu durchdacht. Man baute eine neue Rakete: die Saturn V, 36 Stockwerke hoch und mit der explosiven Stärke einer Atombombe. Aus Sicherheitsgründen mussten beim Start alle Mitarbeiter fünf Kilometer entfernt bleiben. Der Kraftstoff war so kalt, dass sich außen Eis bildete. Die Astronauten konnten hören, wie sich die Metallhülle dehnte und zusammenzog. Der Start hing vom perfekten Funktionieren von über zwei Millionen separaten Systemen ab, die bis zum Tag X nie zusammen getestet werden konnten.

U.S. Astronaut Hall of Fame

Während das „KSC“ einen

Überblick über das Raumfahrtprogramm gibt, konzentriert sich die Hall of Fame auf die Astronauten.

Neben Erinnerungsstücken, Computerpräsentationen, Filmen, einer Zeitskala, die Meilensteine der Raumfahrt neben Ereignissen in den USA auflistet, zeigt die Ausstellung eine mit Berechnungen voll gekritzelte Checkliste von Fred Haise – ein ernüchterndes Souvenir der Beinahe-Katastrophe der Apollo 13 von 1970.

Das Apollo-Programm war technisch auf dem neuesten Stand, doch der Computer (das „vierte“ Crewmitglied) hatte die Leistungsfähigkeit eines durchschnittlichen Taschenrechners von heute.

Geschichte der Raumfahrt

Durch den am 4. Oktober 1957 in die Erdumlaufbahn geschickten Satelliten Sputnick der Sowjetunion gaben die, durch den vermeintlichen Vorsprung der Russen Geschockten USA den Startschuss für ein groß angelegtes Weltraumprogramm.

Durch den Start des Russen Juri Gagarin zum ersten bemannten Weltraumflug am 12. April 1961, 23 Tage bevor mit Alan Shepard der erste Amerikaner von Florida aus die Erdatmosphäre verließ, machte die USA erneut zum zweiten Sieger. Präsident John F. Kennedy verkündete daraufhin den Plan innerhalb des nächsten Jahrzehnts die Russen zu überholen und einen Amerikaner auf den Mond zu schicken. Mit einem Etat von 80 Mrd. Dollar und mit bis zu 26000 Beschäftigten in Zentralflorida wurde das Apollo-Programm entwickelt.

Am 20.Juli 1969 betrat mit Neil Armstrong tatsächlich ein Amerikaner als erster Mensch den Mond.

2 Space-Shuttle-Unglücke mit 14 getöteten Astronauten 1986 und 2003 haben das Weltraumprogramm und die Konstruktion einer internationalen Raumstation verzögert.